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„Strombauer“ ist ein stolzer Titel

"Strombauer“ ist ein Titel, den der moderne Landwirt mit Stolz tragen kann.“
Diese Ansicht vertritt der Landrat des Landkreises Hersfeld-Rotenburg, Dr. Karl-Ernst Schmidt. Anlässlich der Einweihung eines grünen Kraftwerkes für 250 Kilowattstunden Strom der BPA Biopower in der Großgemeinde Alheim ermutigte der Landrat die heimischen Landwirte, neben den klassischen Geschäftsfeldern Ackerbau und Viehzucht auch die neuen Geschäftsmöglichkeiten der „grünen“ Energiegewinnung zu nutzen, um ein Einkommen und Auskommen durch den landwirtschaftlichen Betrieb zu haben. Er bezeichnete das neue Kraftwerk als „Musteranlage für viele andere Interessenten, Kommunen und Regionen“.

Der klassische Landwirt, den Viele noch aus vergangenen Zeiten im Gedächtnis haben, gehört nach Darstellung von Dr. Schmidt zwischenzeitlich der Geschichte an. Die Tage, als ein Hof 15 Hektar Land bewirtschaftete und als ein paar Kühe, einige Schweine, Hühner und andere Kleintiere eine Familie ernährten, seien vorübe, ebenso wie die Zeiten von Milchseen, Butterbergen und Kühlhäuser voller Fleischberge.

„Moderne Landwirtschaft zeichnet sich aus durch einen optimalen Einsatz der Ressourcen auf großflächigen Anbaugebieten, optimierte Viehzucht und Ausweitung der Geschäftsfelder auf bislang unerschlossene Verdienstmöglichkeiten. Bio-Energie ist eine solche neue Möglichkeit. Vielerorts werden Landwirte, die andere oder zusätzliche Aktivitäten als die des Ackerbaus und der Viehzucht betreiben schon als Windbauern oder Energiebauern bezeichnet“, führte Landrat Dr. Schmidt aus.

In den Produkten, die der Landwirt durch Bodenbewirtschaftung erzielt, stecke mehr Potential als nur Zulieferung für Brötchen, Brot, Milch, Käse oder Fleischwaren. Biomasse liefere Energie, wie die neue Anlage mustergültig zeige. So entstünde aus Biomasse grüner Strom – und das ist laut Landrat Dr. Schmidt „ein wunderbares Ergebnis“. Er beglückwünschte Investor Jörg Becker und alle an der BPA Beteiligten zu m neuen Kraftwerk „und zu Ihrer Risikobereitschaft, eine Million Euro zu investieren“.

Landrat Dr. Schmidt wies zugleich auch auf kritische Stimmen hin, denen die gegenwärtig steigenden Brötchen- und Brotpreise ein Dorn im Auge seien. „Ein paar Cent mehr, von de-nen beim Landwirt aber so gut wie nichts ankommt. Auch nicht durch die Milchpreiserhöhung – der Gewinn wird anderenorts eingestrichen. Aber gleich mehren sich die Stimmen, die davor warnen, es dürfe nicht zuviel Fläche für Biomasseproduktion genutzt werden, weil dann das Korn für das tägliche Brot knapp werden könnte“.
Niemand könne es einem Landwirt verdenken, wenn dieser sich frag, wie er seine Anlagen unterhalten, wie er seine Fahrzeuge unterhalten, wie er seiner Familie ernähren solle. Und wenn bei der Stromproduktion mit derselben Arbeit mehr Geld zu verdienen sei, dann sei es nur legitim, wenn der Landwirt das auch tue. „Wir würden es alle nicht anders machen“, führte Dr. Schmidt aus.

Kritisch setzte sich Dr. Schmidt auch mit der Wertschöpfung für den Landwirt auseinander und sagte, dass die Relation nicht stimme. Ein Leib Brot koste etwa 2,15 Euro, was gut für die Verbraucher sei, aber der Landwirt davon nicht auskommen könne. Der Anteil der Verkaufserlöse der Landwirtschaft an den Verbraucherausgaben für deutsche Nahrungsmittel betrage beim Brot gerade 3,5 Prozent, sagte Dr. Schmidt; drei bis vier Cent pro Euro also! Wer wolle es dem Landwirt daher verdenken, wenn er nach Alternativen suche?
Biomasseeinsatz in der Verstromung sei eine solche Alternative und er als Landrat sei froh, dass es mutige Unternehmer wie Jörg Becker gebe, die diesen Weg gehen.

Nachricht vom 15.9.07 13:03

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Letzte Aktualisierung: Donnerstag, 13. Dezember 2018

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