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„Sprache ist die größte Herausforderung“

Arbeitsmarktbüro von Arbeitsagentur und Landkreis hat 20 Flüchtlinge in Arbeit und Ausbildung gebracht

Seit mehr als acht Monaten bieten Arbeitsagentur und Landkreis im gemeinsamen Arbeitsmarktbüro Flüchtlingen und Migranten Orientierung und Beratung an und es haben sich bereits erste Erfolge eingestellt, wie Vanessa Körzell von der Arbeitsagentur Bad Hersfeld- Fulda und Christine Westermann vom Landkreis Hersfeld-Rotenburg berichten. „Wir konnten bisher 18 Menschen helfen, in Arbeit zu kommen; zwei junge Flüchtlinge haben gerade eine Ausbildung begonnen“, wissen die Arbeitsvermittlerinnen. Daneben konnten zahlreiche Menschen mit Fluchthintergrund in spezifische Fördermaßnahmen gebracht werden. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Christine Westermann vom Landkreis steht sie an vier Tagen in der Woche vormittags in den Räumlichkeiten der Arbeitsagentur als Ansprechpartnerin für die Flüchtlinge zur Verfügung.
Insgesamt haben seit Dezember vergangenen Jahres rund 200 Menschen mit Fluchthintergrund das Arbeitsmarktbüro aufgesucht, zumeist Männer zwischen 25 und 49 Jahren. Ein Großteil ist direkt im Anschluss an die von der Arbeitsagentur finanzierten Sprachkurse gekommen, aber vermehrt erhoffen sich auch Asylsuchende, die schon länger in Deutschland leben, Hilfestellung. „Diese Menschen kommen aus Pakistan oder Äthiopien und sind seit zwei, drei Jahren hier“, erklären die Arbeitsvermittlerinnen, die ihre Gespräche auf Deutsch oder Englisch führen, „Die größte Herausforderung für die Männer und Frauen, die uns aufsuchen, besteht tatsächlich im Erlernen der Sprache.“ Lediglich für 20 Personen war das Sprachniveau für die Aufnahme einer beruflichen Tätigkeit, bzw. einer Ausbildung ausreichend, wenn auch diese überwiegend im Helferbereich untergekommen sind. „Es ist nicht ganz einfach, unseren Kunden zu vermitteln, dass sie nicht gleich in höherwertigen Tätigkeiten einsteigen können. Neben den Deutschkenntnissen fehlen fast immer Nachweise über den vorherigen Berufsweg“; bedauern Körzell und Westermann. Ihre Kenntnisse können die Arbeit Suchenden in Praktika unter Beweis stellen, zumeist in Fördermaßnahmen wie der Perspektive für Flüchtlinge (PerF), die neben Sprachunterricht ein sechswöchiges Praktikum in einem Betrieb vorsehen. Von den Betrieben erhalten Vanessa Körzell und Christine Westermann nahezu durchgängig positive Rückmeldungen: „Die Menschen wollen arbeiten und setzen Anweisungen gut um“, berichten sie. Zudem können sie auch das Berufsinformationszentrum der Arbeitsagentur nutzen, das Informationen zu Arbeit, Ausbildung, Studium und Berufswelt in verschiedenen Sprachen bietet.
Davon sind auch Waldemar Dombrowski, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bad Hersfeld-Fulda und Elke Künholz, Erste Kreisbeigeordnete und zuständige Sozialdezernentin überzeugt, die sich von dem Personenkreis der Flüchtlinge eine gewisse Stärkung des regionalen Arbeitsmarktes erhoffen: „Die berufliche Einmündung von Flüchtlingen kann für die Region ein wichtiger Beitrag zur Reduzierung des Fachkräftemangels sein. Die bisherigen Erfolge und die Komplexität der Thematik belegen, dass die schnelle Errichtung eines gemeinsamen Arbeitsmarktbüros der richtige Weg war“, stellen die Sozialdezernentin und der Agenturchef fest. Sie rufen Arbeitgeber auf, die sich für die Einstellung eines Flüchtlings interessieren, sich im Arbeitsmarktbüro oder beim Arbeitgeberservice über Fördermöglichkeiten zu informieren.

Nachricht vom 15.8.16 09:55

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Letzte Aktualisierung: Dienstag, 10. Dezember 2019

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